Gruselig

Auf einmal ist sie da: Angst. Angst verfolgt zu werden, vor Einbrechern, davor nachts überfallen zu werden, vorm schwarzen Mann (ist euch mal aufgefallen, dass das Spiel „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“ eigentlich diskriminierend ist? Gut, vielleicht ist mit „schwarzem Mann“ auch ein gefährlicher Verbrecher, der aus dem Dunklen kommt gemeint, aber ich habe das Gefühl, dass es ursprünglich schon etwas mit der Hautfarbe des Mannes zu tun hatte. Und dieses Spiel spielt man in der Grundschule… ).

Wenn ich Thriller oder Krimis (ja auch bei Krimis) im Fernsehen schaue, muss ich danach immernoch irgendetwas Anderes schauen, weil direkt ins Bett gehen bedeuten würde, im Dunkeln zu liegen und nicht zu wissen ob der Mörder oder Psychopat oder Beides nicht plötzlich bei mir im Zimmer steht, und es auf mich abgesehen hat.

Aber besonders schlimm ist es beim Lesen von Thrillern oder Krimis: da ist kein Fernsehen, dass den Raum mit Bildern und Geräuschen füllt. Meist ist es ganz ruhig. Und wenn es dann noch Nacht ist, sehe ich draußen Gestalten, selbst während dem Lesen, wo ich normalerweise nicht einmal mitbekomme, wenn jemand mit mir redet. Ich bin so gefangen im Buch (natürlich vorrausgesetzt es ist ein gutes 😉 ), dass ich plötzlich selbst verfolgt werde, und London hier ist. Selbst wenn ich aufgehört habe zu lesen. Warum sollte mich nicht auch jemand verfolgen, weil er eifersüchtig auf die Milliardensumme ist die ich geerbt habe?

Eigentlich bin ich kein ängstlicher Mensch. Aber manchmal überkommt es mich. Früher konnte ich Freunde nie verstehen, die plötzlich Angst hatten. Nicht allein irgendwohin gehen wollten. Oder ein Geräusch hörten und zusammenschraken und zitterten. Ich konnte nie verstehen, wie man so viel Angst haben konnte. Uns konnte doch nichts passieren, Mörder verfolgen Millionenerbinnen, aber doch nicht mich/uns. Zu wenig Angst führt zu Unvorsichtigkeit (immerhin hatte ich immer Glück, oder dann doch nicht zu viel Mut), zu viel Angst zu überstürzten Aktionen und einem eingeschränkten Leben.

Ein Mittelmaß ist wohl angebracht. Und das Erleben von panischer Angst in Zusammenhang mit einem Film oder Buch kann ja auch helfen im Ernstfall nicht in Panik auszubrechen. Weil man weiß, wie sich Panik anfühlt und nicht von der eigenen Panik noch panischer wird. Weiß natürlich nicht, ob eine halbe Panik statt einer ganzen oder doppelten genügt um sich aus der jeweiligen Situation zu befreien.

(ps: nein, ich habe keine Milliardensumme geerbet, das hat die Protagonistin im letzten Buch, das ich gelesen habe)

Advertisements

Ein Kommentar zu “Gruselig

  1. und jetzt stell mal vor du hast noch „Einschlaf Halluzinationen“!!!
    da denkst du nicht nur, es könnte jetzt Jemand an deinem Bett stehn…da steht dann einer!!!

    uhhhh zum Glück hab ich das nicht mehr so oft!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s