Globalisierung – gut, schlecht?

Die Globalisierung ist ja eigentlich eine super Sache: alle können um die ganze Welt fliegen und mal eben eine komplett neue Kultur und Sichtweise der Welt kennenlernen. Alles kommt auch zu uns geflogen und unser Speiseplan ist nicht mehr von regionalen Wetterverhältnissen abhängig. Ebensowenig wie unser Modegeschmack, unser Weltverständnis und unsere Arbeitskraft. Alle verstehen sich auch besser, weil sie mehr Möglichkeiten haben, die Welt kennenzulernen und zu verstehen (vielleicht).

Allerdings hat die ganze Sache natürlich auch Nachteile: merkt man an der hier seit Jahren herrschenden hohen Arbeitslosigkeit: die billigeren Arbeitskräfte im Ausland werden genutzt. Und da beginnt das moralische Dilemma, das jeder von uns haben sollte: ist es wirklich richtig, dass wir Waren kaufen, die von Menschen am anderen Ende der Welt hergestellt werden, die nicht unter den hier in Deutschland herrschenden Gesetzen arbeiten? Heißt: Menschenrechte, Arbeitnehmerrechte, etc. Als es noch keine Globalisierung gab war alles ganz einfach: alles wurde in Deutschland produziert und die Produzenten mussten sich an die hier herrschenden Gesetze halten. Dadurch wurden die Produkte natürlich auch teurer, aber: wollen wir wirklich in diesem Reichtum auf Kosten von anderen Menschen leben? Es gibt sicherlich Leute, die diese Frage mit einem Schulterzucken beantworten würden: das ist alles so weit weg, was interessiert es mich?

Ich sage garnicht, dass alle wieder hier in Deutschland produzieren sollten, dann ginge es wieder allen gut. Das ist nicht wahr. Der Austausch von Ideen und Fertigkeiten ist durchaus belebend und wichtig – für Wirtschaft und Menschen gleichermaßen. Und sicherlich könnte man in fernen Ländern immernoch billiger produzieren als hier, auch wenn dort Mindesstandarts an Sicherheitsauflagen und Menschenrechten eingehalten werden. Dort sind die Lebenshaltungskosten niedriger als hier, es ist nur logisch, wenn man dort produziert. Aber ein Leben sollte lebenswürdig sein. Und internationale Konzerne sollten sich ihrer Verantwortung den Menschen gegenüber bewusst werden und nicht nur die Gesetze des jeweiligen Landes beachten bzw. Korruption und eine unstarke Polizei bzw. nicht vorhandene Überwachung durch den Staat ausnutzen. Klar, das hier ist einfacher geschrieben als umgesetzt. Wenn man als einzelnes Unternehmen sich an all meine oben genannten Punkte hält, hat man eindeutig einen Wettbewerbsnachteil und kann im Preiskampf der Konkurrenten nicht mehr mithalten. Aber muss und will man das denn wirklich? Ist der Preis wirklich alles auf dieser Welt?

Es gibt Beispiele für Unternehmen, die aus dem Preiskampf ausgestiegen sind:

zahlreiche Beispiele finden sich im Buch „Shopping hilft die Welt verbessern“:

– Armedangels : ein Kleidungsgersteller

– Edun : Fairtrade-Streetware-Label

– …

All diese Unternehmen kommunizieren mit ihren Kunden, dass ihre Ware zwar mehr kostet – sie dafür aber sicher sein können, dass die Menschen, die sie produzieren, davon leben können und auch ein Leben haben.

Immer wieder schockierende Beispiele für Arbeitnehmerrechtsverletzungen und Sicherheitsmängel besonders in der Bekleidungsindustrie deckt und kommuniziert die „CCC – Clean Clothes Campaign“ , zu deutsch die „Kampagne für saubere Kleidung“. Mit gezielten e-Mail-Aktionen und Berichterstattung über die neueste Entwicklung kann man aktiv daran teilnehmen und sich informieren.

Oder man kauft nurnoch Waren von Konzernen, von denen man weiß, dass sie all das wirklich einhalten.

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