Entdeckt: Empfehlungen der UN an Deutschland zur Beseitigung rassistischer Diskriminierung

Habe heute eine deutsche Übersetzung des Berichts des Ausschusses für die Beseitigung rassistischer Diskriminierung der UN an Deutschland entdeckt (klick). An diesen Ausschuss muss Deutschland alle paar Jahre berichten, was so getan wird, um Rassismus entgegenzuwirken. Diesen Bericht liest der Ausschuss und antwortet darauf mit einem eigenen Bericht, in dem auch Empfehlungen enthalten sind, was Deutschland tun kann, um rassistische Diskrimierung zu bekämpfen.

Wenn man diesen aktuellen Bericht so liest, merkt man: es könnte einiges getan werden! Manche Sachen könnten so einfach in der Gesetzgebung geändert werden und würden doch so große Wirkung zeigen. Ich frage mich: warum wird das nicht geändert?! Scheinbar hat der UN-Ausschuss auch schon in seinen früheren Stellungnahmen genau diese Dinge empfohlen. Woran liegt es, dass Vermieter_innen, die weniger als 50 Wohnungen besitzen, nicht unter das Gleichbehandlungsgesetz fallen? Man somit nicht gegen sie klagen kann, wenn man wegen seiner Hautfarbe oder Sprache abgelehnt wird? Woran liegt es, dass Ermittler_innen, die in den NSU-Ermittlungen eindeutig rassistische Vorurteile hatten/haben, nicht dafür zur Rechenschaft gezogen werden (ich weiß jetzt nicht, was in diesem Falle angemessen ist, aber irgend eine Form von  Belehrung, Verfahren, Strafe wird es da doch sicher geben?)? Woran liegt es, dass Politiker_innen, die eindeutig rassistische Reden halten, nicht eine Welle der Empörung entgegenschlägt? Sowohl von anderen Politiker_innen, als auch von der Presse und der Bevölkerung. Diese und noch viel mehr Dinge werden in dem Bericht angesprochen. Auch ein wichtiger Punkt am Ende: die Verbreitung und Veröffentlichung der Berichte – die scheint auch verbesserungswürdig. Es bleibt viel zu tun. In diesem Sinne:

noracism[ Bild via Amnesty-Dresden ]

 

Leserbrief an SpiegelOnline

Untenstehenden Leserbrief habe ich am 29. September 2014 an SpiegelOnline geschickt (die besagte Reportage ist hier zu finden: http://www.spiegel.de/panorama/lampedusa-fluechtlinge-in-italien-multimedia-reportage-aus-sizilien-a-988517.html ).

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrem sehr informativen und berührenden Bericht über Asylbewerber in Italien werden Personen an mehreren Stellen als “Schwarzafrikaner” bezeichnet. Ich frage mich, was dieser eindeutig rassistische Ausdruck in dieser Reportage zu suchen hat. Das Wort bzw. Gebiet “Schwarzafrika” gibt es nicht, es ist kein Land und keine Region, es ist eine rassistische Konstruktion (siehe dazu auch das Buch von Noah Sow: Deutschland Schwarz weiß). Ich fordere Sie auf, das Wort “Schwarzafrikaner” aus dem Text zu löschen und gegebenenfalls durch “schwarz” zu ersetzen. Obwohl es sich mir nicht erschließt, warum unter einem Foto, auf dem für jeden ersichtlich ist, dass der Mann schwarz ist, dies noch betont werden muss.

Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen werde.

Mit freundlichen Grüßen

die Smileykiste

Bis jetzt habe ich noch keine Antwort erhalten und es gibt auch keine Änderung oder Anmerkung im Text. Es kam nur eine Standartmail, dass sie nicht alle Leserbriefe beantworten können und ich zum Diskutieren in ihr Forum gehen soll.

Somit kann ich nur hoffen, dass eine/r der verantwortlichen Autoren/innen den Leserbrief gelesen hat und bei der nächsten Reportage etwas mehr Sorgfalt walten lässt. Gerade wenn es um das Thema Flüchtlinge geht, muss jeder/m Journalistin/en doch bewusst sein, dass rassistische Tendenzen vermieden werden müssen.

Informationen für Journalisten zu diskriminierungsfreier Sprache gibts hier und hier und hier.

Und der Tag wird kommen

Und der Tag wird kommen an dem wir alle unsere Gläser heben Durch die Decke schweben, mit ’nem Toast den hochleben lassen

Auf den ersten, der’s packt, den Mutigsten von allen

Der erste, der’s schafft

Es wird der Tag sein, an dem wir die Liebe, die Freiheit und das Leben feiern

Jeder liebt den, den er will und der Rest bleibt still

Ein Tag, als hätte man gewonnen

Dieser Tag wird kommen

[Markus Wiebusch – Der Tag wird kommen]

Jetzt auch als Kurzfilm! Unbedingt anschauen! =)

Noah Sow — Deutschland Schwarz Weiß

„Woher kommst du?“

„Bielefeld“

„Und woher kommst du wirklich?“

-> das ist Rassismus, den man selbst nicht bemerkt.

Habe heute Mittag das wunderbare Buch von Noah Sow „Deutschland Schwarz weiß, der alltägliche Rassissmus“ ausgelesen. Und finde, jeder sollte es gelesen haben. Ich habe mich vorher nie mit Rassissmus beschäftigt, in diesem Buch wird jedoch schnell klargemacht, dass man das sehr wohl mal tun sollte. Denn dass auch ich jeden Tag (naja fast 😉 ) rassisstisch denke, ohne es zu merken, ist mir jetzt relativ schnell klargeworden. Es ist wirklich erschreckend.

Besonders interessant fand ich, dass:

– es mehrere 100.000 Schwarze Deutsche gibt. Schwarze Menschen, die schon immer hier in Deutschland leben! Die gibt es. Ein Schwarzer Mensch ist nicht automatisch Ausländer. Das muss erstmal in den Kopf rein.. nicht so einfach.

– man „schwarz“ sagen darf. Alles andere nicht. Also kein Rumgedruckse mehr.

– Im Zuge des zweiten Weltkriegs auch Schwarze Deutsche von den Nazis umgebracht wurden. (So logisch! Aber nie drüber nachgedacht und es nie erzählt bekommen. Juden, Sinti und Roma, Behinderte – ja, aber Schwarze? Es gibt ja keine Schwarzen Deutschen, dann sind die ja nicht relevant. Es steht in keinem Schulbuch! Ich habe das stichprobenartig überprüft 😉 )

– Jeder kann etwas gegen machen: das Buch lesen und dann überlegen, wann man selbst rassisstisch ist und versuchen, es nicht zu sein.

[alles aus dem Buch „Deutschland Schwarz weiss, der alltägliche Rassismus“ von Noah Sow]

(Auf das Buch gekommen bin ich durch diesen Artikel der Vorspeisenplatte.)

Und jetzt hoffe ich, dass in diesem Text kein Rassissmus ist. Und das ganz viele Leute das Buch lesen. =) =) =)

PS: Auf ihrem Blog deutschland-schwarzweiß.de kann man schon mal ins Buch reinschnuppern. =)

Entdeckt: Wenn Frauen die Welt regierten wie Männer

Auf Stern.de gibt es ein tolles Video von Éléonore Pourriat – es geht darum, wie die Welt wohl aussähe, falls Frauen sich genauso gegenüber Männern benehmen würden, wie Männer es gegenüber Frauen tun (natürlich nicht alle). Regt zum Nachdenken an. =) =) =)

Heute ist Internationaler Tag der Menschenrechte

Und wie jedes Jahr veranstaltet Amnesty International wieder einen Briefmarathon für Menschen aus verschiedenen Ländern, die zu Unrecht verurteilt wurden oder die ohne Verfahren im Gefängnis sitzen oder deren Fall von keinem Gericht bzw. der Polizei bearbeitet wird. Hier kann man mitmachen: https://www.briefmarathon.de/

In diesem Zusammenhang bin ich über einen sehr berührenden Brief von Caroline, einer Bloggerin, gestolpert. Sie schreibt an Miriam López aus Mexiko, die Anfang 2011 von Soldaten entführt und vergewaltigt wurde. Bis heute wurde niemand verurteilt, obwohl die Täter bekannt sind. Der Brief von Caroline macht Hoffnung und ich wünschte Miriam könnte ihn lesen. Am besten gefällt mir einer der letzten Sätze:

„Ich habe es satt, mir sagen zu lassen, dass es vergebens ist, gegen Kräfte zu kämpfen, die mehr Waffen und mehr Geld besitzen. Vielleicht haben wir sie schon zu oft gewinnen lassen.“ (Caroline von shavethewhales)

Vielleicht sorgen auch genau diese Kräfte dafür, dass wir denken, dass wir nichts ändern können. Beginnen wir doch heute damit, solidarisch mit Miriam und den andern Menschen zu sein, die der Briefmarathon unterstützt. Man muss noch nicht einmal einen eigenen Brief schreiben, unterschreiben der Appeltexte geht auch. Ein ganzer Brief zeigt natürlich bestimmt mehr Wirkung. Wie derjenige von Caroline mich dazu gebracht hat, diesen Artikel zu schreiben. Ich denke ja, dass da draußen noch viel mehr Menschen sind, die Gerechtigkeit und Menschlichkeit für wichtige Dinge halten. =) =) =)

 

Zero Waste Family & Gemüsetütchen

Ein kurzes Video über eine Familie, die es schafft überhaupt keinen Müll zu produzieren! Faszinierend, dass das möglich ist.

Und wo wir schon beim Thema Müll sind: Habe heute das erste Mal im Supermarkt drei Paprikas gekauft und sie nicht in eins dieser Plastiktütchen gepackt, sondern einfach so in meinen Korb und dann aufs Kassenband – waschen muss man sie sowieso vorm Essen. =) Und es hat keiner was gesagt oder doof geguckt. Hätte nicht gedacht, dass das so einfach ist. Man ist vielleicht doch selbst mehr in den gesellschaftlichen Zwängen, die man denkt, die da wären, gefangen, als man denkt. Keine Plastiktütchen beim Gemüse- und Obstkauf ist, finde ich, ein guter Anfang der Müllvermeidung. Nach und nach kann dann mehr dazu kommen. =) Ok, einen Jutesack (das ist das erste Mal, dass ich dieses Wort benutze!! Normal sage ich dazu eher Stofftasche.) habe ich sowieso inzwischen in jeder meiner Handtaschen verstaut. Das ist mega-praktisch, wenn man mal was kauft und es vorher nicht vorhatte, braucht man sich keine Gedanken darum zu machen, wohin jetzt mit dem Zeug? Und man kann dankend jede Plastiktüte ablehnen, die einem so angeboten wird. =) (Manchmal ist das garnicht so einfach, aber man gewöhnt sich dran, „Nein, danke“ zu sagen. Wie hat die Alex von 21dayswithout (super Blog übrigens!) noch so schön geschrieben? Es dauert 21 Tage bis man sich eine neue Gewohnheit angewöhnt hat (deshalb heißt ihr Blog auch so). Also, einfach mal 21 Tage lang (also ca. einen Monat) „Nein, danke“ zu jeglichem Plastiktütenangebot sagen – danach geht das dann wie von selbst. =) ) Die Idee mit den Gemüseplastiktütchen hab ich übrigens aus dem Kleiderkreiselforum (kann sein, dass man da angemeldet sein muss, um es sehen zu können), da gibts eine Ecke zu Nachhaltigkeit und ein paar echt interessante Threads dazu, was andere Leute so alles machen, um der Umwelt nicht zu schaden oder um selbst gesünder zu leben. Mir ist dadurch wieder eingefallen, dass ich ja hier mal eine Reihe zu Müll schreiben wollte, das ist aber komplett in Vergessenheit geraten. Hier dieser Artikel kann ja schonmal als kleiner Anfang gesehen werden. Es werden wohl noch weitere folgen (ich hoffe, dass ist jetzt nicht wieder so eine Ankündigung, die in Vergessenheit gerät :D). Müllvermeidung und allgemein nachhaltiger leben ist auf jeden Fall sehr interessant und wie die Sache mit den Gemüsetütchen zeigt, manchmal auch einfacher als gedacht – man muss halt nur mal anfagen und etwas anders machen. Und die Idee dazu bekommen. Wies bei mir so läuft und was es noch alles für Ideen gibt, was man so machen kann, davon werde ich in nächster Zeit dann mal hier berichten. =) =) =)