Absolute Leseempfehlung: Can’t buy my love, how advertising changes the way we think and feel, von Jean Kilbourne

Eine Freundin hat mir dieses Buch ausgeliehen und seitdem erzähle ich sämtlichen Freunden und Bekannten davon. Es geht darum, welchen Einfluss Werbung auf unser Verhalten hat. Im Besonderen darum, welches Frauenbild die Werbung verbreitet und was für einen Einfluss Alkohol- und Zigarettenwerbung haben. Ein Buch über Süchte, Feminismus und Werbung, wie die Autorin schreibt. Eine sehr spannende Kombination! Alleine, dass die Fast-Food- und die Diät-Industrie nicht ohne einander bestehen können, ist ein einfacher Gedanke, der einem in der Form doch nicht kommt. Sie zitiert eine Studie, bei der die Versuchsteilnehmerinnen eine sogenannte Frauenzeitschrift zum lesen bekamen, die Vergleichsgruppe bekam keine. Danach wurden sie nach ihrem Wohlbefinden, sowie nach der Zufriedenheit mich sich selbst und ihrem Körper, befragt. Ratet mal, was sich herausstellte? Die Gruppe, die die Zeitschrift gelesen hatte, war danach unglücklicher, als die Vergleichsgruppe! Und dafür geben wir noch Geld aus?? Um nach dem Lesen unglücklicher zu sein!?

Das war jetzt nur ein Beispiel, in dem Buch gibt es sehr sehr sehr viele weitere, die zeigen, dass wir alle sehr wohl von Werbung beeinflusst sind. Und dass das Bild, dass die Werbung von unserem Zusammenleben zeichnet, nicht das beste ist, das wir uns vielleicht für unsere Gesellschaft wünschen.

Unbedingt lesen! =)

Jean Kilbourne, Can’t buy my love, how advertising changes the way we think and feel

In dem Zusammenhang auch interessant: #ichkaufdasnicht, hier wird Werbung gesammelt, die sexistisch, rassistisch, homophob, transphob oder in anderer Form diskriminierend ist.

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Entdeckt: Fakten gegen Vorurteile

Falls mal wieder ein Kommentar fällt, dem man gerne etwas entgegen will, aber auf die Schnelle kein gutes Gegenargument einfällt: einfach hier reinschauen in die gesammelten Fakten gegen Vorurteile des Asylarbeitskreises Heidelberg (ist ziemlich kurz gehalten).

Mir geht es ziemlich oft so, dass ich nicht weiß, was ich antworten soll, um mein Gegenüber davon zu überzeugen, dass das was gerade gesagt wurde, nicht stimmt bzw. nicht durchdacht war. Da hilft so eine kurze Zusammenfassung schon sehr.

Gibts auch als Broschüre, siehe den Link rechts unten auf der Website.

Entdeckt: Empfehlungen der UN an Deutschland zur Beseitigung rassistischer Diskriminierung

Habe heute eine deutsche Übersetzung des Berichts des Ausschusses für die Beseitigung rassistischer Diskriminierung der UN an Deutschland entdeckt (klick). An diesen Ausschuss muss Deutschland alle paar Jahre berichten, was so getan wird, um Rassismus entgegenzuwirken. Diesen Bericht liest der Ausschuss und antwortet darauf mit einem eigenen Bericht, in dem auch Empfehlungen enthalten sind, was Deutschland tun kann, um rassistische Diskrimierung zu bekämpfen.

Wenn man diesen aktuellen Bericht so liest, merkt man: es könnte einiges getan werden! Manche Sachen könnten so einfach in der Gesetzgebung geändert werden und würden doch so große Wirkung zeigen. Ich frage mich: warum wird das nicht geändert?! Scheinbar hat der UN-Ausschuss auch schon in seinen früheren Stellungnahmen genau diese Dinge empfohlen. Woran liegt es, dass Vermieter_innen, die weniger als 50 Wohnungen besitzen, nicht unter das Gleichbehandlungsgesetz fallen? Man somit nicht gegen sie klagen kann, wenn man wegen seiner Hautfarbe oder Sprache abgelehnt wird? Woran liegt es, dass Ermittler_innen, die in den NSU-Ermittlungen eindeutig rassistische Vorurteile hatten/haben, nicht dafür zur Rechenschaft gezogen werden (ich weiß jetzt nicht, was in diesem Falle angemessen ist, aber irgend eine Form von  Belehrung, Verfahren, Strafe wird es da doch sicher geben?)? Woran liegt es, dass Politiker_innen, die eindeutig rassistische Reden halten, nicht eine Welle der Empörung entgegenschlägt? Sowohl von anderen Politiker_innen, als auch von der Presse und der Bevölkerung. Diese und noch viel mehr Dinge werden in dem Bericht angesprochen. Auch ein wichtiger Punkt am Ende: die Verbreitung und Veröffentlichung der Berichte – die scheint auch verbesserungswürdig. Es bleibt viel zu tun. In diesem Sinne:

noracism[ Bild via Amnesty-Dresden ]

 

Leserbrief an SpiegelOnline

Untenstehenden Leserbrief habe ich am 29. September 2014 an SpiegelOnline geschickt (die besagte Reportage ist hier zu finden: http://www.spiegel.de/panorama/lampedusa-fluechtlinge-in-italien-multimedia-reportage-aus-sizilien-a-988517.html ).

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrem sehr informativen und berührenden Bericht über Asylbewerber in Italien werden Personen an mehreren Stellen als “Schwarzafrikaner” bezeichnet. Ich frage mich, was dieser eindeutig rassistische Ausdruck in dieser Reportage zu suchen hat. Das Wort bzw. Gebiet “Schwarzafrika” gibt es nicht, es ist kein Land und keine Region, es ist eine rassistische Konstruktion (siehe dazu auch das Buch von Noah Sow: Deutschland Schwarz weiß). Ich fordere Sie auf, das Wort “Schwarzafrikaner” aus dem Text zu löschen und gegebenenfalls durch “schwarz” zu ersetzen. Obwohl es sich mir nicht erschließt, warum unter einem Foto, auf dem für jeden ersichtlich ist, dass der Mann schwarz ist, dies noch betont werden muss.

Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen werde.

Mit freundlichen Grüßen

die Smileykiste

Bis jetzt habe ich noch keine Antwort erhalten und es gibt auch keine Änderung oder Anmerkung im Text. Es kam nur eine Standartmail, dass sie nicht alle Leserbriefe beantworten können und ich zum Diskutieren in ihr Forum gehen soll.

Somit kann ich nur hoffen, dass eine/r der verantwortlichen Autoren/innen den Leserbrief gelesen hat und bei der nächsten Reportage etwas mehr Sorgfalt walten lässt. Gerade wenn es um das Thema Flüchtlinge geht, muss jeder/m Journalistin/en doch bewusst sein, dass rassistische Tendenzen vermieden werden müssen.

Informationen für Journalisten zu diskriminierungsfreier Sprache gibts hier und hier und hier.

Podcasts Podcasts about the good stuff

Heute bin ich über die Podcasts des Story-of-Stuff-Projects gestolpert. Wie zu erwarten sind die super interessant und lustig und ernst und alles, am liebsten würde ich sie mir sofort alle auf einmal anhören. Besonders gut gefallen hat mir der über zwei College-Studenten, die jeder für sich ein Projekt auf dem Unicampus gestartet haben, um Müll zu verhindern. Da bekommt man sofort Lust, nur noch Leitungswasser zu trinken und alle Leute davon zu überzeugen, dass man keine Sachen, die noch zu gebrauchen sind, auf den Müll wirft. Aber hört selbst!