Der Tag wird kommen

Passend zur WM: ein super Lied von Markus Wiebusch (Sänger von Kettcar) gegen Homophobie im Fußball. Und sowieso gegen Homophobie. Recht hat er.

Unbedingt anschauen! =) =) =)

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Keine Zeit für ein Ehrenamt?

Ist in unserer schnelllebigen Zeit keine Zeit mehr für ein Ehrenamt, für ein freiwilliges Engagement um Menschen oder Tieren oder Pflanzen zu helfen?

Mir ist aufgefallen, es verhält sich meist so: entweder man ist extrem viel engagiert, in zahlreichen Vereinen und Gruppen vertreten, oder man macht nichts. Wäre es nicht besser, das etwas besser zu verteilen? Warum engagieren sich manche Menschen so extrem viel, weil kein anderer es macht und es doch irgendwer machen muss, weil es so wichtig ist und andere machen garnichts, obwohl sie im Grunde schon für die gute Sache sind und ihnen nicht alles komplett egal ist? Diese Menschen haben Zeit. Sie haben Zeit zum fernsehengucken, zum im Internet surfen, zum sich langweilen. Sie haben Zeit, sich über die Missstände aufzuregen, sich mit anderen zu versichern, dass das so nicht weitergeht. Aber sie haben keine Zeit, etwas zu tun. Zu einem Gruppentreffen zu gehen und sich anzubieten. Einen Brief zu schreiben.

Natürlich sind die Anforderungen an den Einzelnen gestiegen, im Beruf wie im Studium und auch sonst gibt es viel mehr Möglichkeiten etwas zu tun als früher. (Wenn man allein mal die ganzen Zugfahrten hin und her als Zeit rechnet, die manche Pendler zwischen den Orten verbringen – könnte man in dieser Zeit viel an Gutem tun…) Aber wenn ich höre „ich habe keine Zeit dafür“, dann heißt das vor allen Dingen: meine Prioritäten liegen anders. Etwas Anderes ist wichtiger, als das, was du gerade vorschlägst. Das kann gute Gründe haben, zuerst muss man natürlich selbst seinen Lebensunterhalt bestreiten können, um anderen Menschen zu helfen. Aber oft ist es so, dass man sich einfach nicht mit Problemen, die einen scheinbar nicht direkt betreffen, beschäftigen will. Man hat selbst schon so viele wichtige Probleme, da bleibt keine Zeit für anderes. Ich habe selbst zu diesen Menschen gehört. Kannte Leute, die sehr engagiert waren. Für mich kam sowas aber nie in Frage. Ich hatte damit nichts zu tun. Ich wusste sehr wohl, dass es nicht überall auf der Welt so schön war und nicht allen Menschen so gut ging wie mir. Ich fand das auch nicht gut. Aber selbst etwas dagegen tun? Wie denn? Wann denn? Warum denn? Tja, warum gehöre ich jetzt zu denen, die ein bischen was tun? Das liegt wohl vor allem an einer Englischdozentin, die vorher in einem sozialen Brennpunkt unterrichtet hat, und beschlossen hat, das auch wir Wirtschaftsstudenten auf die Probleme dieser Welt hingewiesen werden sollten, da wir später vielleicht die Verantwortung und Macht hätten, etwas daran zu ändern. Und die uns mit Zeitungsartikeln und Diskusionen vor Augen führte, dass es so, wie es im Moment auf der Welt ist, nicht weitergehen kann, und das man sehr wohl etwas dagegen tun kann. Es hat noch etwas gedauert, bis ihre Worte bei mir zu einem Tatendrang geführt haben, aber es hat funkioniert. Das weiß sie wohl selbst noch nicht.

Braucht also jeder von uns nur einen Anstoß? Ich kenne jemanden, der keine Nachrichten mehr schaut, weil sie zu grausam sind. Dass das alles wirklich jeden Tag auf der Welt passiert. Ich finde, wegschauen ist keine Lösung. Auch wenn es nur ein kleiner Teil ist, den ich beitrage, die Welt ein bischen besser zu machen, ist es besser, als nichts. Und würde jeder von uns diesen kleinen Teil machen, wäre die Welt ein ganzes Stück besser. Und mitreden können, statt nur hilflos zuzusehen, ist auf jeden Fall die bessere Alternative. „Keine Zeit“, wenn ich das schon höre.

Für alle, die keine Zeit haben, zu einem Gruppentreffen zu gehen, und lieber im Internet surfen: auf der Seite der deutschen Sektion von Amnesty International kann man online Briefe unterschreiben, die an Regierungsvertreter geschickt werden. Außerdem gibts da sogenannte „Urgent Actions“, die eilig sind, und deshalb nur wenige Wochen online sind. Da gibts jetzt ein neues Tool, sodass man mit einem Klick eine Email schreiben kann. (Jaa, da wird dann eine Email von deinem ganz persönlichen Email-Account geschickt. Umso mehr, umso besser, weil dann sehen die Verantwortlichen: hoppla, da sind ganz schön viele Leute, die sich für diesen einzelnen Menschen interessieren. Und wenn auf einmal viele Emails das Postfach lahmlegen, muss man sich damit beschäftigen und kann nicht einfach die Unterschriftenlisten wegschmeißen oder so. ). Am besten in den Emailverteiler eintragen, dann bekommt man eine Email, wenns eine neue Online-Unterschriften-Aktion gibt.

Bei Greenpeace gibts auch online jede Menge zu unterschreiben. Und bei vielen anderen Organisationen auch. Einfach mal auf die Homepage gehen und nachforschen. =) Man muss garnicht aus dem Internet rausgehen, um die Welt ein bischen besser zu machen. Noch viel mehr erreichen kann man natürlich, wenn man sich vor Ort erkundigt, was es da so für Initiativen gibt, und wie man helfen kann. Manchmal werden auch einfach Leute gebraucht, die da sind und mitmachen. Zeit zum Fernsehen und im-Internet-sein und für alles andere bleibt da auch noch. =)