Entdeckt: Schadstofffinder

www.thru.de

Hier kann man nachlesen, was für Schadstoffe Unternehmen in Deutschland so freisetzen. Welche und in welchen Mengen. Das es sowas gibt! Allerdings sind nur 5.000 von 20.000 Unternehmen erfasst – nur die schlimmsten Schmutzfinken sind dabei. Aber interessant sich das mal anzuschauen. =)

Veröffentlicht werden die Daten vom deutschen Umweltbundesamt, dem müssen die Unternehmen die Schadstoffwerte melden. Wenn diese einen bestimmten Wert überschreiten (die Schwellenwerte, die auf der Seite jeweils angegeben sind), müssen sie auf thru.de veröffentlicht werden. Das ist laut EU-Recht so. Die Werte kommen also von den Unternehmen selbst – wenn da jemand was falsches meldet, kann das also schon sein, bis jetzt habe ich nichts gefunden, inwiefern die Werte überprüft werden. Stichprobenartig wird das aber ja bestimmt gemacht?

Was ich in diesem Zusammenhang auch entdeckt habe: es gibt ein Unternehmen (oder ist es eine gemeinnützige Organisation?), die Messgeräte herstellt, die es jedem Menschen auch ohne ein langwieriges Studium oder Ausbildung ermöglicht, die Schadstoffe in seinem Garten oder seiner Stadt zu messen. Ein Interview mit diesem Unternehmen gibts auf storyofstuff.org und zwar heißt es The People have the Power (klick). Hört sich nach einer guten Sache an. Wenn also jemand von euch das Gefühl hat, dass ein Unternehmen in seiner Nähe eeetwas mehr Schadstoffe in die Luft entlässt, als es offiziell sagt und darf – dann auf gehts, besorgt euch ein Messgerät und schaut, ob sich eure Vermutungen bestätigen! Denn wie heißt es in dem Interview sinngemäß: Die Menschen vor Ort wissen und merken, wenn die Luft ungesund ist und man nicht Atmen kann. Deshalb sollte man sie als erstes fragen.

[Bin durch das Buch „The Story of Stuff“ von Annie Leonard auf thru.de und auf das Interview gestoßen.]

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Podcasts Podcasts about the good stuff

Heute bin ich über die Podcasts des Story-of-Stuff-Projects gestolpert. Wie zu erwarten sind die super interessant und lustig und ernst und alles, am liebsten würde ich sie mir sofort alle auf einmal anhören. Besonders gut gefallen hat mir der über zwei College-Studenten, die jeder für sich ein Projekt auf dem Unicampus gestartet haben, um Müll zu verhindern. Da bekommt man sofort Lust, nur noch Leitungswasser zu trinken und alle Leute davon zu überzeugen, dass man keine Sachen, die noch zu gebrauchen sind, auf den Müll wirft. Aber hört selbst!

Zero Waste Family & Gemüsetütchen

Ein kurzes Video über eine Familie, die es schafft überhaupt keinen Müll zu produzieren! Faszinierend, dass das möglich ist.

Und wo wir schon beim Thema Müll sind: Habe heute das erste Mal im Supermarkt drei Paprikas gekauft und sie nicht in eins dieser Plastiktütchen gepackt, sondern einfach so in meinen Korb und dann aufs Kassenband – waschen muss man sie sowieso vorm Essen. =) Und es hat keiner was gesagt oder doof geguckt. Hätte nicht gedacht, dass das so einfach ist. Man ist vielleicht doch selbst mehr in den gesellschaftlichen Zwängen, die man denkt, die da wären, gefangen, als man denkt. Keine Plastiktütchen beim Gemüse- und Obstkauf ist, finde ich, ein guter Anfang der Müllvermeidung. Nach und nach kann dann mehr dazu kommen. =) Ok, einen Jutesack (das ist das erste Mal, dass ich dieses Wort benutze!! Normal sage ich dazu eher Stofftasche.) habe ich sowieso inzwischen in jeder meiner Handtaschen verstaut. Das ist mega-praktisch, wenn man mal was kauft und es vorher nicht vorhatte, braucht man sich keine Gedanken darum zu machen, wohin jetzt mit dem Zeug? Und man kann dankend jede Plastiktüte ablehnen, die einem so angeboten wird. =) (Manchmal ist das garnicht so einfach, aber man gewöhnt sich dran, „Nein, danke“ zu sagen. Wie hat die Alex von 21dayswithout (super Blog übrigens!) noch so schön geschrieben? Es dauert 21 Tage bis man sich eine neue Gewohnheit angewöhnt hat (deshalb heißt ihr Blog auch so). Also, einfach mal 21 Tage lang (also ca. einen Monat) „Nein, danke“ zu jeglichem Plastiktütenangebot sagen – danach geht das dann wie von selbst. =) ) Die Idee mit den Gemüseplastiktütchen hab ich übrigens aus dem Kleiderkreiselforum (kann sein, dass man da angemeldet sein muss, um es sehen zu können), da gibts eine Ecke zu Nachhaltigkeit und ein paar echt interessante Threads dazu, was andere Leute so alles machen, um der Umwelt nicht zu schaden oder um selbst gesünder zu leben. Mir ist dadurch wieder eingefallen, dass ich ja hier mal eine Reihe zu Müll schreiben wollte, das ist aber komplett in Vergessenheit geraten. Hier dieser Artikel kann ja schonmal als kleiner Anfang gesehen werden. Es werden wohl noch weitere folgen (ich hoffe, dass ist jetzt nicht wieder so eine Ankündigung, die in Vergessenheit gerät :D). Müllvermeidung und allgemein nachhaltiger leben ist auf jeden Fall sehr interessant und wie die Sache mit den Gemüsetütchen zeigt, manchmal auch einfacher als gedacht – man muss halt nur mal anfagen und etwas anders machen. Und die Idee dazu bekommen. Wies bei mir so läuft und was es noch alles für Ideen gibt, was man so machen kann, davon werde ich in nächster Zeit dann mal hier berichten. =) =) =)

Keine Zeit für ein Ehrenamt?

Ist in unserer schnelllebigen Zeit keine Zeit mehr für ein Ehrenamt, für ein freiwilliges Engagement um Menschen oder Tieren oder Pflanzen zu helfen?

Mir ist aufgefallen, es verhält sich meist so: entweder man ist extrem viel engagiert, in zahlreichen Vereinen und Gruppen vertreten, oder man macht nichts. Wäre es nicht besser, das etwas besser zu verteilen? Warum engagieren sich manche Menschen so extrem viel, weil kein anderer es macht und es doch irgendwer machen muss, weil es so wichtig ist und andere machen garnichts, obwohl sie im Grunde schon für die gute Sache sind und ihnen nicht alles komplett egal ist? Diese Menschen haben Zeit. Sie haben Zeit zum fernsehengucken, zum im Internet surfen, zum sich langweilen. Sie haben Zeit, sich über die Missstände aufzuregen, sich mit anderen zu versichern, dass das so nicht weitergeht. Aber sie haben keine Zeit, etwas zu tun. Zu einem Gruppentreffen zu gehen und sich anzubieten. Einen Brief zu schreiben.

Natürlich sind die Anforderungen an den Einzelnen gestiegen, im Beruf wie im Studium und auch sonst gibt es viel mehr Möglichkeiten etwas zu tun als früher. (Wenn man allein mal die ganzen Zugfahrten hin und her als Zeit rechnet, die manche Pendler zwischen den Orten verbringen – könnte man in dieser Zeit viel an Gutem tun…) Aber wenn ich höre „ich habe keine Zeit dafür“, dann heißt das vor allen Dingen: meine Prioritäten liegen anders. Etwas Anderes ist wichtiger, als das, was du gerade vorschlägst. Das kann gute Gründe haben, zuerst muss man natürlich selbst seinen Lebensunterhalt bestreiten können, um anderen Menschen zu helfen. Aber oft ist es so, dass man sich einfach nicht mit Problemen, die einen scheinbar nicht direkt betreffen, beschäftigen will. Man hat selbst schon so viele wichtige Probleme, da bleibt keine Zeit für anderes. Ich habe selbst zu diesen Menschen gehört. Kannte Leute, die sehr engagiert waren. Für mich kam sowas aber nie in Frage. Ich hatte damit nichts zu tun. Ich wusste sehr wohl, dass es nicht überall auf der Welt so schön war und nicht allen Menschen so gut ging wie mir. Ich fand das auch nicht gut. Aber selbst etwas dagegen tun? Wie denn? Wann denn? Warum denn? Tja, warum gehöre ich jetzt zu denen, die ein bischen was tun? Das liegt wohl vor allem an einer Englischdozentin, die vorher in einem sozialen Brennpunkt unterrichtet hat, und beschlossen hat, das auch wir Wirtschaftsstudenten auf die Probleme dieser Welt hingewiesen werden sollten, da wir später vielleicht die Verantwortung und Macht hätten, etwas daran zu ändern. Und die uns mit Zeitungsartikeln und Diskusionen vor Augen führte, dass es so, wie es im Moment auf der Welt ist, nicht weitergehen kann, und das man sehr wohl etwas dagegen tun kann. Es hat noch etwas gedauert, bis ihre Worte bei mir zu einem Tatendrang geführt haben, aber es hat funkioniert. Das weiß sie wohl selbst noch nicht.

Braucht also jeder von uns nur einen Anstoß? Ich kenne jemanden, der keine Nachrichten mehr schaut, weil sie zu grausam sind. Dass das alles wirklich jeden Tag auf der Welt passiert. Ich finde, wegschauen ist keine Lösung. Auch wenn es nur ein kleiner Teil ist, den ich beitrage, die Welt ein bischen besser zu machen, ist es besser, als nichts. Und würde jeder von uns diesen kleinen Teil machen, wäre die Welt ein ganzes Stück besser. Und mitreden können, statt nur hilflos zuzusehen, ist auf jeden Fall die bessere Alternative. „Keine Zeit“, wenn ich das schon höre.

Für alle, die keine Zeit haben, zu einem Gruppentreffen zu gehen, und lieber im Internet surfen: auf der Seite der deutschen Sektion von Amnesty International kann man online Briefe unterschreiben, die an Regierungsvertreter geschickt werden. Außerdem gibts da sogenannte „Urgent Actions“, die eilig sind, und deshalb nur wenige Wochen online sind. Da gibts jetzt ein neues Tool, sodass man mit einem Klick eine Email schreiben kann. (Jaa, da wird dann eine Email von deinem ganz persönlichen Email-Account geschickt. Umso mehr, umso besser, weil dann sehen die Verantwortlichen: hoppla, da sind ganz schön viele Leute, die sich für diesen einzelnen Menschen interessieren. Und wenn auf einmal viele Emails das Postfach lahmlegen, muss man sich damit beschäftigen und kann nicht einfach die Unterschriftenlisten wegschmeißen oder so. ). Am besten in den Emailverteiler eintragen, dann bekommt man eine Email, wenns eine neue Online-Unterschriften-Aktion gibt.

Bei Greenpeace gibts auch online jede Menge zu unterschreiben. Und bei vielen anderen Organisationen auch. Einfach mal auf die Homepage gehen und nachforschen. =) Man muss garnicht aus dem Internet rausgehen, um die Welt ein bischen besser zu machen. Noch viel mehr erreichen kann man natürlich, wenn man sich vor Ort erkundigt, was es da so für Initiativen gibt, und wie man helfen kann. Manchmal werden auch einfach Leute gebraucht, die da sind und mitmachen. Zeit zum Fernsehen und im-Internet-sein und für alles andere bleibt da auch noch. =)

Beim Schuster

War heute das erste Mal seit meiner Kindheit beim Schuster. Also so von mir aus, mit meinen Schuhen. Es ist wie im Märchen, wie man sich so eine Schusterwerkstatt vorstellt! Überall stehen und liegen Schuhe herum, es ist eng, alles aus Holz, eine winzige Theke, an der man die Schuhe abgibt, und ein Märkchen bekommt, mit dem man sie wieder abholen kann. Alles inklusive eines wortkargen Schusters, der sich gestört fühlt, weil ich Schuhe abgeben will, wo er doch grade mit den anderen Schuhen (blaue Ballerinas) dran ist. Aber dann doch sehr nett ist. Man kann meine Lieblingswinterstieffelletten, die vorne ganz abgenutzt sind, reparieren. Juhu! =) Ich brauche also keine neuen zu kaufen, die bestimmt etwas zu hoch oder vielleicht sogar auf Dauer unbequem sind. Wer weiß das schon von neuen Schuhen? Bei den alten bin ich mir sicher, dass sie die bequemsten sind, die ich jemals hatte. =) Und Geld gespart habe ich dabei auch noch. Achja, so ein Märchenschuster ist schon was Tolles. =) =) =)

P.S.: Mal sehen, ob ich auch noch so begeistert bin, wenn ich die fertigen Schuhe abgeholt habe. =)